„Ein Bekannter von mir hat einem Finanzberater meine Telefonnummer gegeben. Nun hatten wir mit ihm unser erstes Gespräch. Er empfiehlt dringend, dass wir uns als Paar gegenseitig durch eine Todesfallversicherung absichern. Er bietet uns eine super Lösung an, mit der wir bis zu unserer Pensionierung sogar noch viel Geld sparen können. Was meinst du dazu?“ Thomas

Lieber Thomas, bitte lass die Finger davon. Dieser Versicherungsverkäufer hat nur ein Ziel: Er will Geld verdienen. Am meisten Geld verdient er genau mit diesen kombinierten Todesfall- und Sparversicherungen. Aber es gibt viel bessere Möglichkeiten, deinen Ehepartner im Falle deines Todes abzusichern – und auch um für das Alter zu sparen.

Es tönt bei diesen Säule 3a-Versicherungen alles super: Du erhältst bei der Pensionierung eine garantierte Geldsumme ausbezahlt. Bei Erwerbsausfall würden sie dir sogar die monatliche Prämie bezahlen (lies das Kleingedruckte: Es gibt viele Ausnahmen. Die Chance, dass du die Prämie dann doch selber bezahlen musst, ist gross). Du kannst einen Teil des einbezahlten Geldes sogar von den Steuern abziehen (dafür brauchst du aber keine Versicherung, das kann man auch ohne fixen Vertrag). Im Todesfall bis zur Pensionierung erhalten die Begünstigten den entsprechenden Betrag ausbezahlt.

Wenn die Versicherung zur Belastung wird

Stimmt, für den schlimmsten aller schlimmen Fälle (Todesfall oder der kompletten Erwerbsunfähigkeit von dir) ist deine Frau mit dieser Versicherung gut abgesichert. Aber, was ist mit allen anderen weniger schlimmen Fällen, die dir auch zustossen können? Diese Versicherung, in die du monatlich Geld einzahlen musst, wird dann schnell zur finanziellen Belastung! Denn du wirst auch dann noch Monat für Monat Geld abgeben müssen, das du vielleicht für etwas Anderes dringend brauchen würdest. Die Versicherung, die dir eigentlich Sicherheit geben sollte, wird selber zur Belastung. Finanzielle Schwierigkeiten führen nicht selten auch zu Spannungen in der Beziehung.

Oder ihr entscheidet euch einmal Kinder zu haben und möchtet eure Kinder selber betreuen. Dann müsstet ihr für ein paar Jahre mit einem kleineren Budget durchkommen. Auch hier wird die fixe monatliche Einzahlung in diese Versicherung schnell zur Belastung und kann euer neugewonnenes Familienglück trüben.

Das Geld ist blockiert

Was ist, wenn du ein Haus kaufen, ins Ausland ziehen oder eine eigene Firma gründen möchtest? Das gesparte Geld könntest du jetzt sehr gut gebrauchen! Aber es ist bei der Versicherung blockiert. Auch dem Versprechen, du könntest die Police beim Hauskauf als Garantie angeben, ist Vorsicht geboten: Erstens wird nur der Sparanteil der Versicherung als Garantie akzeptiert (je nach Bank nicht mal das) und dieser Sparanteil ist in den ersten Jahren praktisch bei null. Zweitens musst du diesen Teil des Geldes dann trotzdem noch bei der Bank aufnehmen und dafür Zinsen bezahlen.

Aussteigen nur mit riesigen Verlusten

Das Hauptproblem bei dieser Versicherung ist aber, dass du sie bis zu deiner Pensionierung nicht mehr kündigen kannst – egal wie dein Leben verläuft. Wenn du dich trotzdem entscheidest nicht mehr einzuzahlen, dann verlierst du sehr viel Geld. Meistens tausende von Franken! Du bist noch jung, binde dich nur mit der Ehepartnerin für dein ganzes Leben, aber sicher nicht mit einer Versicherung! Da es ganz gute Alternativen gibt, bei denen man sich nicht auf „Lebzeiten“ verpflichtet, kann man bei diesen kombinierten Sparversicherungen getrost die Hände davon lassen.

Wie du besser vorgehst

Besser: Versichern und sparen voneinander trennen: Um deinen Ehepartner bei einem Todesfall finanziell abzusichern, schliesst du besser eine Todesfallversicherung ab, bei der du nicht gleichzeitig für die Pensionierung sparst. Warum? Ganz einfach: Diese Versicherung kannst du jederzeit kündigen, wenn du sie nicht mehr brauchst. Frag nach einer Todesfallversicherung, die in jungen Jahren günstig ist und dann jedes Jahr teurer wird - damit sparst du in jungen Jahren viel Geld (weil da das Risiko zu sterben noch viel kleiner ist als im Alter).

Wenn du Geld sparen willst, dann wende dich an eine Bank. Säule 3a-Konto, Fonds usw. 

Tipps für den Fall, dass der „Finanzberater“ anklopft:

  • Trau keinem, der sich Finanzberater nennt, aber dir eine kombinierte Sparversicherung empfiehlt.
  • Sag lieber nein danke und gehe dafür zu einem richtigen Finanzberater oder einem Treuhänder, der dich berät, ohne dafür eine Provision von der Versicherung zu erhalten.
  • Unterschreibe nie etwas vor Ort. Einmal darüber schlafen ist das Minimum an Vorsichtsmassnahme. Auch wenn es noch so gut und einleuchtend tönt.
  • Hole dir noch eine Zweitmeinung ein. Am besten von jemandem, der dir keine Versicherung verkaufen kann.
  • Junge Leute sollten grundsätzlich nie eine Sparversicherung abschliessen. Versicherungsberater, die so etwas auch nur vorschlagen, sind nicht vertrauenswürdig.

 

 

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